HENDRIK KRAWEN
es ist kalt draußen - ich weiß
Opening: 17/03/2009,
7 p.m.
Duration of the Exhibition: 18/03/2009 - 30/04/2009
Press Release
Die Engholm Engelhorn Galerie Wien kündigt für März 2009 die Ausstellung
“es ist kalt draußen – ich weiß“ des in Berlin lebenden Künstlers Hendrik Krawen an. Der 1963 in
Lübeck geborene Maler entwickelte in den letzten Jahren eine künstlerische Position, die sehr
eigenständige und überraschende Bildräume durch ein Wechselspiel von Reduktion, unverhüllter
Konstruktion der Bildelemente und betonter monochromer Farbigkeit bzw. Farbverläufe schafft. Dabei untersuchte der Künstler konsequent die Frage, welche ästhetischen Effekte entstehen, wenn die
Unterkante des Bildes mit dem Horizont des dargestellten Bildraumes zusammenfällt.
Trotz des kleinen Formats wird der Tanker in „Westman / blau“ (2008) – vielleicht aus der Perspektive
eines Schwimmers gesehen - zu einer gewaltigen Konstruktion, die mit anderen in eine diffuse,
scheinbar grenzenlose Weite des blauen Himmels treibt. Hat der Betrachter hier Anknüpfungspunkte
zur romantischen Landschaftsmalerei, wenn man an die Schiffsausfahrten von Caspar David Friedrich (radikalisiert durch den extremen Unterschnitt des Horizonts) erinnert, markieren u.a. bei der Arbeit
„14,90“ (2008) Blindformen von Werbeflächen, Straßenbeleuchtung und Figuren Stadtlandschaften.
Erst der Betrachter wird aus den verschiedenen Andeutungen den visuellen Standort bestimmen, von
dem aus er diese Bildräume zusammensetzt und deutet. Der Maler Hendrik Krawen führt dabei Signalsysteme von visuellen Markern ein, die trotz der vorgenommenen ästhetischen Reduktion
noch immer sehr konkrete Erinnerungen an die Werbehüllen ganzer Gebäude im heutigen Stadtraum
(u.a. an die Werbekampagnen von H&M), Schriften, Logos und die Bewohner zulassen. Die dargestellten Figuren sind nicht nur einfache Schatten - betrachtet man sie genauer, weisen sie noch immer
individuelle Merkmale der Malerei auf.
Dieser Effekt ist Teil des Konzepts, denn einzelne Bildelemente basieren auf Vorlagen aus dem
Bildarchiv des Künstlers in Berlin - eigenen Fotografien und Presseausschnitten, die in verschiedenen Arbeiten in abgewandelter Form und Proportion wiederkehren. Wieweit der Künstler den
Reduktionsprozess solcher Vorlagen in seiner Malerei vorantreibt und die Elemente kombiniert, kann
in der Ausstellung durch den Vergleich der einzelnen Werke (zwischen 2007 und 2009 entstanden) nachvollzogen werden.
Für weitere Information zur Ausstellung kontaktieren Sie bitte Kerstin Engholm unter +43 1 585 7337.